SEO-Text und PR-Text
30. März 2012 – 17:41Im Web ist an vielen Stellen immer noch vom SEO-Text bzw. SEO-Texter die Rede, obwohl das Konzept, das hinter diesen Begriffen steckt, eine methodische Möglichkeit in Anspruch nimmt, die es aus Sicht eines PR-Texters nicht hat.
Text als Quantität
Der SEO-Texter orientiert sich in vielen seiner Definitionen primär an Worthäufungen und nimmt damit auf Googles Algorithmen Rücksicht, die aus einer Datenbasis heraus bestimmte Datenmengen aufgrund des gehäuften Vorkommens bestimmter Textketten filtern. Dies ist eine der Methoden der Suchmaschine, um das Ranking bezüglich eines Keywords zu bestimmen. Entsprechend ist der SEO-Texter in der Lage, die User und damit potentielle Leser über Googles Ranking-Algorithmen auf eine Zielseite zu lenken oder zumindest deutlich dazu beizutragen.
Text als Qualität
Was aber passiert, wenn der User auf die Seite kommt und zum Leser wird? Der primär quantitiven Notwendigkeit folgt eine qualitative. Der Leser soll den Text tatsächlich lesen, ihm interessiert folgen und das wie auch immer geartete Ziel des Textes anvisieren, sprich in die erwünschte Conversion Rate eingehen. Die Qualität eines Textes aber ist das Ergebnis eines geistigen Prozesses, der versucht, als Ganzes passende Formeln zu finden, die meist eben nicht an bestimmten Begriffen hängen, sondern diese “mit liefern”. Textqualität macht sich vornehmlich an Phrasen fest, nicht an Keywords, deshalb ist eine “Voreinstellung” auf Schlüsselwörter beim Denken hier eher hinderlich. Neben der Assoziationskraft der Bilder, die bestimmte Phrasen produzieren, können dabei auch melodische Eigenschaften von Formulierungen eine Rolle spielen, auch wenn den Lesern dies nicht bewusst ist. Die Idee der Begriffsanhäufung scheint der Textproduktion also insgesamt eher im Weg zu stehen.
PR und SEO im Kompromiss
Wie lautet aber nun die Lösung? Aus Sicht der PR ist in der Arbeitsabfolge beim Texten einer ganz bestimmten Dramturgie zur folgen: Zuerst wird ein Text einfach geschrieben, wie er immer geschrieben wurde, also im Sinne seiner erwünschten Qualität als Instrument zur Konversion. Gewisse SEO-Kriterien, wie die deutliche Erwähnung des Themas am Anfang, entsprechen den Anforderungen der meisten PR-Textsorten, wie sie ohnehin bestehen. Der Entstehensprozess des Textes durchläuft nun mehrere Phasen, während der er sich immer wieder verändert. Die Veränderungen bestehen auch daraus, dass bestimmte Begriffe durch das erwünschte Keyword oder dessen Synomyme ausgetauscht werden, da der Texter diese natürlich immer im Kopf hat und sich ergebende Möglichkeiten daher im Blick. Auf diese Weise wird der Text nach und nach mit zumindest einer bestimmten Anzahl der gewünschten Keywords angereichert. Die inhaltliche Textstruktur selber leitet sich jedoch nie direkt aus der Suchmaschinenoptimierung ab, sondern arbeitet kontinuierlich an der alles andere als einfachen Aufgabe, das Konversionsziel in eine optimale Sprache für die User zu übersetzen. Eine Auffassung, die von vielen professionellen Online-Marketing-Agenturen durchaus geteilt wird, da diese Googles Algorithmen sich immer weiter in diese Richtung entwickeln sehen.
Tags: Onlien-PR, Pressearbeit, Text
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